Warum ein Bündnis gegen Depression?

Der Satz „ich bin so depressiv“ ist zu einem gängigen Bestandteil der Umgangssprache geworden. Die meisten, die ihn benutzen, sind aber eher niedergeschlagen, enttäuscht oder abgespannt. Solche Stimmungen sind keine Krankheiten, die einer Behandlung bedürfen. Es handelt sich vielmehr um normale und notwendige Schwankungen menschlichen Befindens. Im Unterschied zu diesen üblichen Beeinträchtigungen der Gemütslage ist die Depression tatsächlich eine Krankheit des Gemütes. Sie verändert die Stimmung, das Denken, das Verhalten und die Körperfunktionen der Betroffenen tiefgreifend und langfristig. Und sie bedarf einer speziellen fachärztlichen Behandlung. Allerdings fällt es vielen Menschen noch schwer, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Depression wird nicht als Krankheit erkannt, sondern als persönliches Versagen oder Schuld empfunden. Viele Betroffene befürchten, dass sie mit ihrem Leiden ein Einzelfall sind.

Tatsache ist jedoch: Allein in Deutschland leiden derzeit rund 4 Millionen Menschen an einer Depression!

Noch größer ist die Zahl derjenigen, die irgendwann im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken. Depression ist eine lebensgefährliche Erkrankung. Besonders tragisch dabei ist, dass Depressionen einen wesentlichen Risikofaktor für Suizide darstellen. Im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Kompetenznetzes Depression entstand 2001 der bundesweit tätige gemeinnützige Verein „Bündnis gegen Depression“. Mittlerweile haben sich ihm zahlreiche Städte und Regionen der Bundesrepublik angeschlossen und lokale Bündnisse gegründet. Da, wo es sie gibt, gelingt es, die Suizidrate noch spürbarer abzusenken.

Verbesserte Versorgung für depressiv Erkrankte

In Essen hat sich im Jahr 2007 ebenfalls eine Gruppe von Expertinnen und Experten aus Kliniken, psychosozialen Trägern und dem Gesundheitsamt zusammengeschlossen und den Verein „Essener Bündnis gegen Depression“ gegründet. Seitdem engagiert sich der Verein auf vielfältige Weise, um über das Krankheitsbild aufzuklären, die bestehenden Versorgungsstrukturen transparent zu machen und auszubauen und so letztendlich die Suizidrate in Essen zu senken.

 

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